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Nepal
Auf dem "Dach der Welt", hoch oben im Himalaja, liegt das Land, in dem Buddha geboren wurde. Nepal reicht von schneebedeckten Gipfeln bis in den tiefen Dschungel.
In dieser Episode reist der Traveller Ian Wright durch das Land der Tempel und Klöster.
Die Reise beginnt in Kathmandu, der heiligen Stadt. Auf den ersten Blick erscheint die Hauptstadt Nepals wie alle asiatischen Großstädte: laut, überfüllt, schmutzig und ein einziges Verkehrschaos.
Doch sobald man sich ein wenig von den großen Straßen wegbewegt, befindet man sich in Vierteln, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert haben. Und dann wird schnell klar, warum Reisende früher die Stadt mit einem leuchtenden Smaragd verglichen haben: Im Tempelbezirk Durbar befinden sich Dutzende von Tempeln aus dem 15. und 16 Jahrhundert. Gläubige strömen herbei, die Luft ist erfüllt vom Duft der Räucherstäbchen und vom Klang fremdartiger Instrumente. Vor einigen Tempeln sitzen Schlangenbeschwörer und in einem der Tempel gibt es sogar eine lebende Göttin. Es ist Kumari, ein Mädchen, das aufgrund seiner Schönheit im Alter von drei bis fünf Jahren ausgewählt wird und in langen Ritualen beweisen muss, dass sie die Göttin ist. Bis zum Eintritt in die Pubertät residiert sie im Tempel und zeigt sich den Menschen, die in Scharen herbeikommen, um sie anzubeten.
Auf einem Hügel westlich der Stadt liegt der Swayambhunath, ein Tempel, der Buddha geweiht ist. Buddha lebte einst als reicher Fürst, bis er in die Wüste ging und dort Erleuchtung fand. Er erkannte das Geheimnis der Wiedergeburt, das Rad von Werden, Vergehen und Wiedergeborenwerden bis zur Erlangung des Nirwanas. Der Swayambhunath ist das religiöse Zentrum für Buddhisten. Und in dem dazugehörigen Kloster leben heute tibetische Mönche, die 1950, nach der Besetzung Tibets durch China, fliehen mussten.
Östlich der Stadt ruht die wichtigste Tempelanlage der Hindus: der Pashupatinath. Es ist ein Ort der Feiern und der Gebete. Hier leben auch die Heiligen Männer, die Sadhus, die ihr Leben dem obersten Gott Shiva geweiht haben. Unter Selbstkasteiung und strengem Zölibat verehren sie den Gott der Zerstörung und Erneuerung.
Wer nach all den Gebeten eher westlicher Erholung bedarf, der findet im Thamel ein ganzes Viertel nur für Touristen: Restaurants, Bars, Hotels, Geschäfte aller Art. Hier findet der Reisende alles, was sein Herz begehrt. Mit Nepal selbst hat das aber nicht mehr viel zu tun. Deshalb zieht es Ian Wright auch weg von hier.
Mit dem Bus geht es nach Westen, nach Nepalganj. Die Grenzstadt zu Indien liegt rund 500 Kilometer entfernt von Kathmandu. Hier befindet sich der Bardia National Park, ein Paradies unberührter Natur am Fluss Karnali. Auf dem Rücken eines Elefanten geht es durch die Wälder und Sumpflandschaften des Parks, vorbei an Krokodilen, auf der Suche nach einem der seltensten und schönsten Tiere: dem Bengalischen Tiger, der von Großwildjägern beinahe ausgerottet wurde. Strenge Gesetze haben inzwischen dafür gesorgt, dass sich der Bestand einigermaßen erholen konnte. Heute leben rund 40 der Großkatzen im Bardia National Park.
Ian Wright macht auch einen Besuch bei den Tharus, die einst aus Radjasthan hierher kamen. Immer noch pflegen sie ihre alten Bräuche, unter denen einer Ian Wright besonders beeindruckt. Die Tharus haben den Spieß umgekehrt: Bei ihnen haben die Frauen das Sagen, und die Männer müssen gehorchen wie Sklaven. Für den Traveller gilt das natürlich nicht. Er ist Gast und wird als solcher freundlich empfangen und großzügig bewirtet.
Von Lukla in der Region von Solu Khumbu aus beginnt eine Trekking-Tour zum Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde. Auf einen Führer kann man leicht verzichten, nicht umsonst heißt der Weg "Mount Everest Highway": Tausende von Menschen streben hier jährlich demselben Ziel zu, und in der Hochsaison ist man selten alleine. Dennoch sollten sich nur erfahrene Bergsteiger auf diese Tour einlassen, da die dünne Luft lebensgefährlich werden kann.
Nach einem langen und anstrengenden Aufstieg durch die faszinierende Hochgebirgslandschaft gelangt Ian Wright zum Kloster Tengboche, einem der höchstgelegenen Klöster der Welt. Hier leben seit dem 17. Jahrhundert rund 50 buddhistische Mönche. Einmal im Jahr findet hier das Mani Rimdu-Fest statt, das daran erinnern soll, wie einst die Mönche die bösen Naturgeister des Himalajas vertrieben.
Am Ende seiner Reise hat Ian Wright noch die Gelegenheit, einige Tage bei einem Bergvolk zu verbringen und dessen Bräuche und Lebensgewohnheiten kennenzulernen. Beeindruckt von der Vielfalt, die das kleine Land Nepal zu bieten hat, verlässt er nach aufregenden Wochen das "Dach der Welt".
Text © klack.de | Bilder © pilotguides.com
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