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Tschechien und Polen
Lange Zeit waren die Staaten des ehemaligen Ostblocks hinter dem "Eisernen Vorhang" versteckt, und noch heute erinnern ihre Namen zunächst einmal an eine grausame Vergangenheit.
Doch in den letzten Jahren hat sich in diesen Ländern soviel verändert, dass sie auf jeden Fall eine Reise wert sind.
Diese Episode erkundet an der Seite der Travellerin Justine Shapiro in Tschechien und Polen sowohl die Spuren der Vergangenheit als auch all die Veränderungen seit 1989, die es zu entdecken gibt.
Tschechien und Polen liegen im Herzen Mitteleuropas, doch da sie erst seit zehn Jahren wirklich offen zu bereisen sind, sind sie für viele Menschen noch unbekanntes Land.
Justine Shapiros Reise beginnt in Prag, nicht erst seit Kafka eine der berühmtesten Städte Europas. Prag wird auch das "Paris des Ostens" genannt, und zwar zu Recht: beeindruckende Architektur, zahllose historische Stätten und die berühmten Prager Kaffeehäuser lohnen den Besuch, und die verwinkelten, mittelalterlichen Gässchen geben der Stadt einen einzigartigen Charme. Wer seinem Aufenthalt in Prag ein ganz besonderes Flair verleihen möchte, sucht seinen Schlafplatz am besten im "Unitas". In das ehemalige Kloster zog 1949 die tschechische Geheimpolizei ein. Sogar die Verhöre politischer Gefangener wurden hier durchgeführt.
Die Prager Burg bildet eine Art Zeitbrücke zwischen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft Prags. Seit dem 9. Jahrhundert residierten hier die unterschiedlichen Königshäuser, nach ihnen die Nationalsozialisten und schließlich die Kommunisten. Aber seit 1989 lenkt von diesem Gebäude aus das Volk sein Geschick.
Noch viel gäbe es in Prag zu bestaunen, doch Justine Shapiro zieht es nach Nordböhmen. In die alten böhmischen Dörfer ist eine völlige Neuheit eingezogen: Der Rave, die weltweit kommunizierte Form der Party, seit es Techno gibt. Für ein paar Mark tanzen mitten im Nirgendwo Hunderte von Jugendlichen aus der ganzen Tschechei und aus Deutschland ein Wochenende durch. Wer sich lieber ganz traditionell entspannt, den zieht es eher nach Karlsbad mit seinem berühmten Heilquellen. Schon vor 500 Jahren tauchten hier Adelige wie das gemeine Volk ihre Trinkbecher in das Wasser. Beethoven und Marx gehörten schon zu seinen Gästen, ebenso wie Sigmund Freud. Heute kommen bis zu zwei Millionen Menschen jährlich zu den Mineralquellen.
Die nächste Station ist die Stadt Cesky Krumlov in Südböhmen, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Es ist ein mittelalterliches Städtchen, dessen Gassen zum Bummel geradezu einladen. Und wer hier länger in der zauberhaften Stimmung vergangener Zeiten verweilen möchte, sollte sich unbedingt ein Zimmer in dem mittelalterlichen Wehrturm suchen. Justine Shapiro beschließt, das nächste Stückchen ihrer Reise auf ganz besondere Art zurückzulegen: mit einem Kanu auf der Moldau. Bis nach Prag könnte man sich hier von der Strömung tragen lassen, doch Justine Shapiro steigt in der nächsten Stadt auf den Zug um: Sie möchte noch Polen besuchen.
Obwohl im Sozialismus jede Form von Religion verpönt war, als Widerstand angesehen und verfolgt wurde, sind 90 Prozent der Polen noch heute streng katholisch. Der Wallfahrtsort Czestochowa gehört zu den wichtigsten religiösen Stätten der katholischen Kirche: Im Kloster Jasna Gora hängt seit 1384 die berühmte "Schwarze Madonna", ein Gemälde, dem wunderbare Heilkräfte zugesprochen werden. Hunderte von Pilgern und Tausende von Dankesgaben bezeugen diesen Glauben. Von dort geht die Reise weiter nach Krakau, dem zweiten Juwel des Ostens neben Prag.
Die ehemals königliche Hauptstadt hat den Zweiten Weltkrieg zum Glück ziemlich unbeschadet überstanden und bietet eine wahre Pracht an alter Architektur. Sie ist die drittgrößte Stadt Polens und Anziehungspunkt für Schriftsteller und Künstler aller Art. Einst war sie ein wichtiges jüdisches Zentrum. Doch davon geblieben ist nur eines der traurigsten Denkmäler der entsetzlichen Vergangenheit: Das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz, eine Stunde von Krakau entfernt. Wer hierher kommt, hat sich meist aus persönlichen Gründen dafür entschieden. Doch gelegentlich läuft der Ort Gefahr, einfach zu einem Punkt auf dem Reiseplan von Touristengruppen zu werden.
Den Abschluss der Reise bildet für Justine Shapiro ein Ausflug in die Hohe Tatra, den Gebirgszug im Süden Polens - ein wahres Mekka für Wanderer im Sommer und Skisportler im Winter. Hier trifft man auf die Podhols, eine Volksgruppe, die ihren Traditionen stark verhaftet geblieben ist. Für den Reisenden wird hier ein Stückchen Vergangenheit lebendig, das das vielseitige Gesicht Polens abrundet: Statt grauem Ostblockmief findet sich eine lebendige und auf die Zukunft gerichtete Kultur in harmonischen Nebeneinander mit den Zeugnissen einer alten Geschichte.
Text © klack.de | Bilder © pilotguides.com
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Kartenausschnitt |
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Fotos aus dieser Episode |
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DVD-Cover dieser Episode |
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