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West-Indien

 

Indien ist das siebtgrößte Land der Welt. Und es ist ein Land der Vielfalt: Auf dem Subkontinent werden 18 verschiedene Sprachen gesprochen und es leben Menschen mit unterschiedlichsten Religionen und Kulturen zusammen. Indien ist zudem reich an beeindruckenden Landschaften, an prachtvollen Farben und in der Luft liegt der Duft von tausend Gewürzen. Diese Episode begleitet Megan McCormick auf ihrer Reise durch Westindien.

 

Die Reise startet im Norden Indiens, in der Provinz Rajasthan.

 

Der kleine Ort Pushkar liegt an einem heiligen See und ist dadurch einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Indiens. Einmal im Jahr kommen die Hindus, die rund 80 Prozent der indischen Bevölkerung ausmachen, hierher, um sich im Wasser des Sees reinzuwaschen. Der Hinduismus ist eine der tolerantesten Religionen. Daher können auch Angehörige anderer Religionen am Puja-Ritual teilnehmen. Um die religiösen Feierlichkeiten herum hat sich ein riesiges Fest gebildet. Es gibt Märkte, Vergnügungsparks und überall ertönt Musik. Zugleich findet hier einer der größten Kamelmärkte der Welt statt. Kamele sind immer noch ein wertvolles Handelsgut in Indien: bis zu 500 Dollar kann ein kräftiges, gesundes Lastentier kosten.

 

 

In der nördlich gelegenen kleinen Stadt Bikaner steht der Karni-Mata-Tempel, berühmt vor allem wegen einer Besonderheit: Es wimmelt in ihm vor Ratten, die als heilige Tiere verehrt werden. Sie sollen die Reinkarnationen von Geschichtenerzählern sein. Schon der Eintritt in den Tempel wird so für den Touristen zum Opfergang, da man ihn nur mit bloßen Füßen betreten darf.

 

In Jaisalmer, einer Wüstenstadt an der Grenze zu Pakistan, scheint man sich in einer völlig anderen Welt zu befinden. Der größte Teil der "Goldenen Stadt", gebaut aus kunstvoll verziertem Sandstein, liegt hinter den mittelalterlichen Mauern einer Festung. Wen die Wüste lockt, kann von hier aus an einer mehrtägigen Kamelsafari teilnehmen. Inmitten der Wüste findet sich eine ganz besondere Perle: Die Stadt Udaipur, eine kleine Oase voll prächtiger Paläste, exotischer Gärten und Seen, das "Venedig des Ostens". Sie zählt zu den romantischsten Städten Indiens.

 

Nur wenige Stunden entfernt liegen die prachtvollen Jaina-Tempelanlagen von Ranakpur, die im 15. Jahrhundert in mehr als 60 Jahren erbaut wurden. Sie bilden den glanzvollen Abschluss der Reise durch die Provinz Rajasthan.

 

Das nächste Ziel der Lonely-Planet-Globetrotterin ist die größte Stadt Indiens: Bombay oder Mumbai, wie sie heute wieder genannt wird. Nirgends werden die Kontraste des Subkontinents so deutlich wie hier. Vor fünfhundert Jahren noch ein kleines Fischerdorf, gehört Bombay heute zu den wirtschaftlichen Zentren Indiens und ist die wohlhabendste Stadt im Land. Doch dem Reisenden werden die Bilder von zahlreichen Kindern, die auf der Straße leben und arbeiten oder betteln, nicht mehr so schnell aus dem Sinn gehen. Bombay hat zudem die größten Slums Indiens. Neben all der Hektik und dem Lärm einer Metropole bietet Mumbai in seinen alten Vierteln für diejenigen, die sich Zeit für die Stadt nehmen, jedoch auch die Ruhe alter hinduistischer Kultur.

 

Rund 170 Kilometer südöstlich von Bombay liegt ein Ort, der seit den sechziger Jahren eine magnetische Anziehungskraft auf Menschen aus aller Welt ausübt. Es ist der Ashram des Gurus Bhagwan Sri Rajneesh, oder Osho, wie er von den Bewohnern des Ashrams genannt wird. Der Check-In für den Ashram ist von ganz besonderer Art: Nach der Ausweiskontrolle muss jeder Ankömmling einen Aids-Test machen und sich erstmal ein rotes Gewand kaufen. Gezahlt wird innerhalb des Ashrams auch nicht mehr mit Geld, sondern mit Gutscheinen. Ganze Säle voll Menschen versuchen in tranceartiger Meditation sich immer wieder zu verlieren und wieder zu finden. Für den Neuankömmling etwas gewöhnungsbedürftig, aber manche Westeuropäer gehören seit mehr als zwanzig Jahren zum "Stammpublikum" des Ashrams.

 

Den Abschluss der Reise bilden die herrlichen Strände von Goa. Einst die erste portugiesische Kolonie in Asien, ist Goa heute vor allem Treffpunkt von Hippies aus aller Welt, die der Vielfältigkeit des lokalen Lebens noch ihre eigene Farbenpracht hinzufügen.

 

Als Megan McCormick ihren Weg nach Hause antreten muss, weiß sie eines ganz sicher: Sie wird wiederkommen nach Indien, in das Land der Gewürze.

 

 

 

 

Text © klack.de | Bilder © pilotguides.com

 

 

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Season: 5
Folge: 02
Land: Indien
Traveller: Megan McCormick

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