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New Orleans

 

New Orleans ist eine der aufregendsten Städte Amerikas. Schon ihre bewegte zweihundertjährige Geschichte gibt ihr einen Sonderstatus und das ihr eigene Lebensgefühl. Feuchte Luft, heiße Sommer, Baumwollplantagen, Raddampfer, Bluesmusik und das Klingen von Eiswürfeln im Whiskey, all diese Assoziationen ruft ihr Name hervor. In dieser Episode versucht Justine Shapiro unter anderem herauszufinden, warum New Orleans "the Big Easy" genannt wird.

 

New Orleans ist von einer Fülle von Wasser umgeben: Es liegt im Süden der USA am Golf von Mexico und zugleich in einer Biegung des größten Stroms Nordamerikas, des Mississippis.

 

Es wurde auf Marschland erbaut, das dem Meer abgewonnen wurde. Und nicht nur wegen seines subtropischen Klimas, auch in anderer Hinsicht gehört New Orleans zu den feuchtesten Städten der USA: Es ist neben Las Vegas die einzige Stadt, in der rund um die Uhr Alkohol ausgeschenkt werden darf! Besonders bei großen Festen wie dem berüchtigten Mardi Gras Karneval verwandeln sich die Straßen in belebte Bars und die Luft ist getränkt vom Duft der Rumcocktails.

 

Die Stadt wurde 1718 von französischen Kolonialisten gegründet und zu einem Zentrum der Sklaverei ausgebaut. Noch heute ist das Stadtbild geprägt von dieser Vergangenheit, insbesondere natürlich im Französischen Viertel. Neben herrschaftlichen Kolonialbauten finden sich hier auch die sogenannten "Creole Cottages", in denen die Kolonialherren sich Sklavinnen als Mätressen hielten.

 

Eine der wenigen Blüten aus der Sklaverei entstand gleichfalls hier, am Congo Square in New Orleans: Hier ist die Geburtsstätte des Jazz, eines der ersten Musikstile afrikanischer Herkunft, der sich in der weißen Kultur behaupten und diese nachhaltig beeinflussen konnte. Und noch heute hört man die typischen Klänge an jeder Straßenecke in New Orleans. Auch ein anderer afrikanischer Lebensstil ist immer noch lebendig im Herz des Südens: Voodoo, die einst gefürchtete Religion, die die Sklaven aus Afrika mitbrachten und die sich im Laufe der Zeit mit dem Katholizismus vermischte. Auf dem Friedhof "Number One", dem kreolischen Friedhof im Französischen Viertel, wird das Grab der berühmten Voodoo-Priesterin Marie Laveau immer noch mit Gaben der Verehrung verziert.

 

1803 verkaufte Napoleon aus Geldmangel die gesamte französische Kolonie Luisiana an die Vereinigten Staaten. Doch die Kreolen, die französischen Einwanderer, wahrten weiterhin strikte Distanz zu den verhassten Amerikanern. Die an das Französische Viertel angrenzenden neueren Viertel unterscheiden sich daher optisch grundlegend von dem kolonialen Baustil: Gleichwohl ist der bevorzugte klassizistische Stil mit griechischen Säulen ausgesprochen sehenswert.

 

Eine andere ethnische Gruppe von Einwanderern lebt südlich von New Orleans im Jean Lafitte National Historical Park, einer zauberhaften Landschaft aus Seen, Flüssen und Sumpf: Hier siedelten sich die Cajuns an, kanadische Einwanderer, die von den Kreolen ebenso unfreundlich empfangen wurden. In den Fischerdörfern hört man immer noch ihr altertümliches Französisch. Wer ein wenig Erholung braucht vom lebendigen Treiben in New Orleans, ist hier genau richtig: Eine Kanufahrt durch den Barataria Park entführt auf entspannende Weise in die märchenhafte Welt des Bayou, nur rund 20 Kilometer vom Stadtkern New Orleans' entfernt.

 

Im Westen der Stadt, entlang den Ufern des Mississippi, kann man einen einmaligen Trip in die Vergangenheit machen: Zahlreiche der Plantagen laden zur Besichtigung ein. Einige von ihnen stammen noch aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg. Betritt man die prachtvollen und gut erhaltenen Gebäude, ist man sofort vom Charme des Südens umweht und fühlt sich wie in "Vom Winde verweht". Doch meist zeichnen die Prospekte und Touren ein reichlich einseitiges Bild dieser reichen Südstaatenzeiten: So findet man nur auf einer einzigen Plantage noch die Sklavenviertel, in denen Hunderte ein Leben voller Elend, Schmerzen und Ungerechtigkeiten fristeten.

 

Bis heute ist die Sklaverei ein nahezu tabuisiertes Thema in den Südstaaten. Doch gerade diese bewegte und bewegende Geschichte, die in vielfältiger Weise noch heute New Orleans prägt, verleiht der Stadt ihren Eindruck eines von Leben und Kultur brodelnden Kessels, der für den Reisenden so anziehend wirkt.

 

 

 

 

Text © klack.de | Bilder © pilotguides.com

 

 

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Season: 5
Folge: 07
Land: USA
Traveller: Justine Shapiro

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