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Ägypten

 

Es lässt sich kaum sagen, was das Kennzeichnendste dieses Landes ist: die weiten Wüstenstriche mit Oasen und Fata Morganas, der Nil mit seinem fruchtbaren Schlamm, die gewaltigen Pyramiden, Wunder der Baukunst, oder aber die Hieroglyphen, Überbleibsel einer einstigen Hochkultur, die bis heute nicht vollständig entschlüsselt sind. Ägypten ist auf jeden Fall ein Land voller Faszinationen. Diese Episode reist an der Seite von Megan McCormick durch das Land der Pharaonen.

 

Die ägyptische Kultur ist eine der ältesten der Welt, und hatte zugleich die nachhaltigsten Wirkungen: Noch heute profitieren wir täglich von dem, was die alten Ägypter einst entwickelten, seien es mathematische Errungenschaften oder die Astrologie.

 

Die Reise von Megan McCormick beginnt in Kairo, Ägyptens Hauptstadt. Kairo ist mit rund 18 Millionen Einwohnern eine der größten Städte der Welt, und es ist eine der hektischsten.

 

Entfernt man sich von den großen Hauptstraßen und geht durch die engen Gassen der Altstadt, ist man schon bald vom Flair des alten Orients umgeben. So zum Beispiel auf dem Khan el Khalili, dem größten Basar. Bereits seit dem Mittelalter werden hier Waren aller Art feilgeboten, vom ausgestopften Lama bis zum Kunsthandwerk. Und natürlich gibt es überall duftende Gewürzläden, die nicht nur Kochfreudige anlocken, sondern auch Kranke: Manch ein Kräuterladen hat auch gleich einen Arzt dabei, der den Patienten Kräuter zur Linderung ihrer Beschwerden verschreibt. Kairo, die "Stadt der tausend Minarette", hat dem Reisenden unzählige Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie etwa die Ibn Tulun Moschee, die aus dem 9. Jahrhundert stammt.

 

Wer nach Ägypten kommt, will aber vor allem eines sehen: die Pyramiden, eines der sieben Weltwunder. Siebzig dieser beeindruckenden Bauwerke ziehen sich entlang des Nils bis zur sudanesischen Grenze hin. Bis heute ist es unerklärlich, wie es den Ägyptern vor rund 4000 Jahren gelang, mit ihren damaligen Mitteln diese gewaltigen Grabkammern der Pharaonen zu errichten. So sind allein in der Cheops-Pyramide über zwei Millionen Granitblöcke verarbeitet, von denen jeder einzelne über zwei Tonnen wiegt. Im Schatten dieser Denkmäler der ägyptischen Halbgötter befindet sich aber auch das christliche Gegenstück.

 

Drei Stunden südlich von Kairo liegt das Antonius-Kloster, das als das älteste christliche Kloster der Welt gilt. Im dritten Jahrhundert suchte der Heilige Antonius hier Zuflucht in einer Höhle, und noch heute leben einige Mönche als seine treuen Nachfahren in Höhlen im Berg hinter dem Kloster. Dann geht es für Megan McCormick in die "Westliche Wüste", zur Oase Siwa. Sie liegt inmitten eines Palmenwaldes und auf dem Berg nebenan kann man noch die Überreste der alten Festungsanlagen sehen, die die Oase einst vor räuberischen Beduinen beschützte. Von hier aus führt der Weg nach Süden, sechs Tage lang mitten durch die Wüste. Immer wieder tauchen blühende Oasen auf wie Inseln und spenden nicht nur Schatten und Wasser, sondern lassen die Reisende an nächtlichen Lagerfeuern vor allem auch die gastfreundschaftliche Geselligkeit der Ägypter erfahren.

 

Aber auch die Wüste hat mehr zu bieten als nur Sand. Besonders beeindruckend ist die sogenannte Weiße Wüste, in der bizarr geformte Kalksteine in den Himmel ragen. In der Nähe der Oase El-Kharga liegt der fast 2000 Jahre alte koptische Friedhof Bagawat. Die Gräber in Form kleiner Kapellen sind erstaunlich gut erhalten, in vielen von ihnen kann man alte christliche Fresken besichtigen. Nach weiteren Stunden Fahrt durch die Wüste, vorbei an kilometerlangen Sanddünen, ist Megan McCormick froh, als sie endlich in Luxor ankommt. Am Westufer des Nils residieren die ehemaligen Herrscher Ägyptens: In der antiken Hauptstadt Theben liegt das Tal der Könige, ein Muss für jeden Ägypten-Reisenden. Anders als die in den Himmel ragenden Pyramiden sind die Gräber hier zumeist gut versteckt in Felsspalten angelegt, um die in ihnen verborgenen Reichtümer zu beschützen. Heute ist das Tal der Könige eine der größten Ausgrabungsstätten der Welt, und immer noch finden die Wissenschaftler wahre Schätze aus der uralten Vergangenheit dieses einst so mächtigen Reiches. Meterlange Wandbemalungen erzählen in ihren Hieroglyphen von der vergangenen Hochkultur.

 

Den Abschluss der Reise bildet ein Besuch bei einem der gewaltigsten Tempel Ägyptens: Der Sonnentempel von Ramses dem Zweiten in Abu Simbel, der Stein für Stein auf einem künstlich geschaffenen Berg neu aufgebaut wurde, als der Nasser-See aufgestaut wurde. Megan McCormick ist beeindruckt: Für sie sind die Legenden aus dem Geschichtsunterricht hier im Wüstensand Realität geworden; greifbare, gewaltige, beeindruckende Wirklichkeit.

 

 

 

 

Text © klack.de | Bilder © pilotguides.com

 

 

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Season: 5
Folge: 12
Land: Ägypten
Traveller: Megan McCormick

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