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Venezuela
Der höchste Wasserfall und die längste Seilbahn der Welt, die Jagd auf Piranhas und Anakondas sowie die Teilnahme am Unterricht für angehende Schönheitsköniginnen: das sind nur einige der Höhepunkte einer Reise, die Ian Wright durch Venezuela unternommen hat und die - wie immer mit viel Witz gewürzt - in dieser Episode gezeigt wird.
Venezuela ist kaum als Reiseland bekannt. Dabei hat es atemberaubende Kontraste zu bieten: schneebedeckte Fünftausender in den Anden und karibische Inselparadiese ebenso wie tropischen Regenwald und die endlosen Grasebenen, auf denen die "Llaneros" zu Hause sind, die verwegenen venezolanischen Cowboys.
Und da das Benzin wegen der Erdölförderung spottbillig ist, kommt man für relativ wenig Geld leicht in alle Landesteile: entweder mit modernen Bussen auf den ungewöhnlich guten Straßen oder mit dem Flugzeug.
Ian Wright beginnt seine Reise in Mérida am Fuß der venezolanischen Anden. Einen 4.800 Meter hohen Gipfel erreicht er bequem mit einer 12,5 Kilometer langen Seilbahn, der längsten der Welt. Wieder nach unten gelangt er mit einem Paragleiter. Mérida ist bekannt für zwei kulinarische Kuriositäten. Das eine ist die Eisdiele, die im Guinness-Buch der Rekorde steht, weil sie 750 verschiedene Geschmacksrichtungen anbietet, darunter so skurrile wie "Whiskey", "Guinness", "Knoblauch", "British Airways" und "Miss Venezuela". Die andere Spezialität ist noch gewöhnungsbedürftiger. Im örtlichen Traditionsgetränk "Lemon Tonandino" werden Obst, Hühner- und Wachteleier, Fischrogen und Augäpfel von Bullen zu einer pikanten Mischung verquirlt. Ian behauptet, dass sie gar nicht übel schmeckt.
Nächster Stopp ist eine riesige Rinderfarm in der Tiefebene, die fast ein Drittel des Landes einnimmt und Los Llanos heißt. Die Ranch hat Gästezimmer, von denen die billigsten 25 Dollar pro Nacht kosten, einschließlich Essen. Hier, im Wilden Westen Venezuelas, reitet Ian mit den Llaneros aus, den einheimischen Cowboys. Zu seinen Erlebnissen gehören zudem ein Wasserbüffel-Rennen und das Angeln von Piranhas, die die Cowboys verspeisen. Da auf der Farm seit langem ein Jagdverbot herrscht, kann man unzählige wilde Tiere beobachten, etwa die größten Nager der Welt - die Capybaras genannten Wasserschweine - oder Brillenkaimane und Jaguare. Ein besonderer Nervenkitzel ist eine Jagd auf Anakondas. Ian und ein Zoologe waten mit bloßen Füßen durch einen seichten See, bis sie eine aufgestöbert haben. Das Prachtexemplar ist sechs Meter lang und muss von sieben Männern an Land gezogen werden. Aber die Wasserschlange dient nur als Anschauungsobjekt und wird wieder freigelassen. Auf dem Weg nach Caracas wird ein Abstecher nach Chivacoa eingelegt. Der Ort im Norden des Landes ist Zentrum eines bizarren religiösen Kultes. Seine Anhänger verehren die Naturgöttin Maria Lionsa und die Geister der Berge. Beschwört werden sie von Priestern, die sich für ihren Feuertanz mit Tabakrauch in Trance versetzen. Bei dem volksfestartigen Spektakel sieht man sogar kleine Mädchen, die dicke Zigarren qualmen.
In der quirligen Hauptstadt mit ihrem permanenten Verkehrschaos konzentriert sich Ian auf das nach dem Erdöl zweitwichtigste Exportgut, die Schönheit. Venezuela hat mehr Schönheitsköniginnen vorzuweisen als jede andere Land. Warum das so ist, erläutert in einem Interview die gegenwärtige Miss Venezuela. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass es in Caracas Schulen gibt, an denen Mädchen ab acht Jahren lernen, wie man solche Wettbewerbe gewinnt. Ian besucht eine davon und nimmt am Unterricht teil - mit höchst zweifelhaftem Erfolg.
Schönheit ganz anderer Art genießt er anschließend bei einem Ausflug nach Los Roques, dem Inselparadies in der Karibik. Der Archipel mit seinen 300 Inseln, Korallenriffen und Sandbänken steht unter Naturschutz und ist nie überlaufen. Dort werden 90 Prozent aller in Venezuela verspeisten Hummer gefangen. Krönender Abschluss der Reise sind eine mehrtägige Bootsfahrt und ein Fußmarsch durch den Dschungel zum Angel-Fall, dem höchsten Wasserfall der Welt. Er stürzt 1.009 Meter vom Auyán Tepuy herab, dem größten der über hundert Tafelberge im Südosten des Landes. Es sind die ältesten Felsformationen der Erde mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Deshalb nennt man diese Region auch die "vergessene Welt".
Text © klack.de | Bilder © pilotguides.com
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Fotos aus dieser Episode |
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DVD-Cover dieser Episode |
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