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Tunesien und Libyen
Gewaltige Sanddünen und grüne Oasen, spektakuläre antike Bauwerke und Filmkulissen aus dem Krieg der Sterne - das sind die Extreme einer Reise, die Ian Wright durch Tunesien und Libyen führt. Bei seinen Fahrten durch die Sahara stößt er in beiden Ländern, so unterschiedlich sie auch sind, immer wieder auf eine überwältigende Gastfreundschaft. Zu sehen sind seine Abenteuer in dieser Episode.
Die Reise beginnt mit einem Kurzaufenthalt in der tunesischen Hauptstadt Tunis. Ein Besuch der Souks in der Medina, der Altstadt, wo auch die berühmte Zitouane-Moschee steht, gehört ebenso zum Programm wie ein Bummel durch den größten Obst- und Gemüse-Markt des Landes. Eine gute Gelegenheit, das traditionelle Frühstück der Einheimischen zu kosten. Es ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.
Anders als die vielen Pauschaltouristen, die in den großen Hotels an den Badestränden Urlaub machen, zieht es Ian Wright zu anderen Zielen. Zuerst fährt er mit einem der populären Sammeltaxis, die Louages heißen, nach El Djem, der früheren römischen Stadt Thysdrus. Dort steht ein gewaltiges und gut erhaltenes Amphitheater. Im drittgrößten Kolosseum der Antike sahen einst 30.000 Menschen den grausamen Spielen zu, bei denen Gladiatoren und wilde Tiere um ihr Leben kämpften.
Von El Djem geht es nach Metlaoui, dem Ausgangspunkt für eine einzigartige Fahrt in die wüstenhafte Mondlandschaft der Seldja-Schlucht. Dazu benutzt man den 1910 gebauten, holzverkleideten Lézard Rouge. Bei der Roten Eidechse handelt es sich um den ehemaligen Salonzug des Paschas von Tunis.
Es folgen Abstecher in die malerische Bergoase Tamerza, wo Ian in einem See mit Wasserfall baden kann, und in die Oase Tozeur, eine der größten des Landes. Dort beherrschen Dattelpalmen das Bild. Aus dem Saft der Stämme wird der Schnaps Leghmi gebraut, den die Oasenbewohner trotz des islamischen Alkohol-Verbots in großen Mengen vertilgen. Ian behauptet, dass er wie Tapetenkleister schmeckt. Begeistert ist er dagegen von etwas anderem. Außerhalb von Tozeur steht nämlich immer noch eine der aus Sperrholz gefertigten Außenkulissen, die in den Star-Wars-Filmen von George Lucas benutzt wurden.
Nur 20 Kilometer entfernt liegt die Oase Nefta, ein traditionelles Zentrum der islamischen Sekte der Sufis. Mit etwas Glück kann man erleben, wie sich die Mystiker, die Askese predigen, durch Tanz und Sprechgesänge in Trance versetzen, um Gott näher zu kommen und einen tieferen Zugang zur Realität zu gewinnen.
Spektakulär sind auch die Bauten in Matmata, in der zerklüfteten Berglandschaft der Berber. Sie wohnen seit Jahrhunderten in unterirdischen Häusern, die sie in die Berghänge gegraben haben. In diesen Höhlenwohnungen ist man ebenso gut gegen die Extreme von Hitze und Kälte geschützt wie gegen Feinde. Es gibt sogar drei Höhlen-Hotels, die allerdings recht primitiv eingerichtet sind. Noch eindrucksvoller sind die Wehrspeicher im nahegelegenen Tataouine. Die mehrstöckigen Lehmbauten setzen sich wie Bienenwaben aus einzelnen Tonnengewölben zusammen, die den Halbnomaden als Vorratsspeicher und periodischer Wohnsitz dienten.
Letztes Ziel in Tunesien ist der Wüstenort Mareth. Dort verlief im Zweiten Weltkrieg die gleichnamige Verteidigungslinie, an der sich der eingekesselte deutsche Feldmarschall Rommel die letzte blutige Schlacht mit seinem englischen Widersacher Montgomery lieferte. Der Bunker Rommels steht noch und kann besichtigt werden.
Nach ein paar Stunden Fahrt geht es nach Libyen, das erst vor kurzem die Einreisebestimmungen für Touristen gelockert hat. Trotzdem dauern die Grenzkontrollen mehrere Stunden. Erstes Ziel ist die Hauptstadt Tripolis. In der von modernen Gebäuden beherrschten Metropole mit einer kleinen Altstadt fallen die vielen Gastarbeiter aus arabischen und afrikanischen Ländern auf. Noch kommen nur wenige Reisende in das Land, das wegen der Politik Gadaffis im Westen nur negative Schlagzeilen macht. Das ist eigentlich schade. Denn die Einwohner sind ebenso gastfreundlich wie die weitaus europäischer geprägten Tunesier.
Vor allem aber hat Libyen einige atemberaubende Sehenswürdigkeiten zu bieten. Eine davon ist die antike Hafenstadt Leptis Magna, 120 Kilometer östlich von Tripolis. Einst war sie die drittgrößte Stadt im römischen Weltreich. Die gut erhaltenen Ruinen in der riesigen Ausgrabungsstätte gehören zu den eindrucksvollsten im gesamten Mittelmeerraum. Besonders imposant sind die frühchristliche Basilika, die eher an einen griechischen Tempel erinnert, und die von Säulen eingerahmten Thermen mit einem großzügigen Schwimmbecken. Interessant sind auch die Latrinenbänke aus Marmor, auf denen die Menschen mit einander plauderten, während sie ihr Geschäft verrichteten. Die beiden Höhepunkte einer tausend Kilometer langen, strapaziösen Fahrt in den Süden der Sahara sind die Mandara-Seen mitten in gewaltigen Sanddünen und die Akakus-Berge mit ihren einzigartigen Felsmalereien. In ihnen spiegelt sich die tropische Tierwelt wider, die dort vor 10.000 Jahren vorherrschte. Denn damals war die heutige lebensfeindliche Wüste noch eine grüne und wasserreiche Savanne.
Text © klack.de | Bilder © pilotguides.com
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Kartenausschnitt |
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Fotos aus dieser Episode |
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DVD-Cover dieser Episode |
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