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Süd-Mexiko

 

Reisender Ian Wright besucht diesmal Mexiko, ein Land, das zwischen Atlantik und Pazifik förmlich eingeklemmt liegt und rund fünf Mal so groß ist wie die Bundesrepublik Deutschland. Er stellt in dieser Episode den für Europäer eher merkwürdigen Totenkult der Mexikaner vor und besucht so unterschiedliche Städte wie die alte spanische Gründung Guanajuato, das einst so mondäne und heute eher laute Acapulco und das Surfer-Paradies Puerto Escondido.

 

Ian Wright hat im südlichen Teil von Mexiko ein Programm der Extreme vor sich: Er beginnt seine Reise in Patzcuaro, am Tag der Toten.

 

Dann fährt er nach Guanajuato, südwärts nach Acapulco und Puerto Escondido, weiter in den Bundesstaat Chiapas, zu den Palenque-Ruinen und der Stadt San Cristobal, bevor seine Reise im Dschungel der Lacandón-Indianer endet.

 

In Pátzcuaro begeht Ian mit einer mexikanischen Familie einen der wichtigsten Feiertage im Jahr: den Tag der Toten. Bei diesem Feiertag geht es eigentlich gar nicht um den Tag, sondern eher um die Nacht vom ersten auf den zweiten November, die dunklen Stunden zwischen Allerheiligen und Allerseelen: In dieser Nacht sollen die Toten aus ihrem Reich zurück auf zu den Menschen kommen, um sich mit ihnen freundlich zu unterhalten. Die Mexikaner wappnen sich für die Gelegenheit mit wertvollen Speisen und Getränken, und vor allem jeder Menge Süßigkeiten, die von den Toten anscheinend besonders geschätzt werden - und machen sich auf den Weg zu den Friedhöfen, um an den Gräbern ihrer Lieben eine Art fröhliches Picknick zu veranstalten. Ian hat allerdings einige Probleme mit der Vorstellung, dass zu den beliebtesten Süßspeisen Totenköpfe gehören, auf denen man seinen Namen platzieren lässt. Und der Schädel mit seinem Namen wurde auch noch von irgendjemandem angeknabbert.

 

Guanajuato, das nächste Ziel der Reise, war einst die Silberhauptstadt des Landes - ein reicher und heute noch unglaublich schöner Ort, dessen Gebäude mit ihrer Pracht oft der Architektur Spaniens arge Konkurrenz machen.

 

In dieser Landschaft mit ihren großen Viehherden ist der Nationalsport der Mexikaner besonders verbreitet: die "charreada", eine Art von Rodeo, in dem die "charros", die mexikanischen Cowboys, ihr ganzes Können beweisen - und beim Lassowerfen schon mal den ein oder anderen Finger lassen. Teuflisch gute Reiter sind hier nicht nur die Cowboys, sondern vor allem die Cowgirls, die trotz der aufwändigen Rüschen ihrer sündhaft teuren Sonntagskleider, den Männern lässig das Wasser reichen können.

 

In Guanajuato findet sich auch eines der seltsamsten Museen, die Ian besucht: das Mumienmuseum der Stadt. Hier landeten lange die Toten, die wieder ausgegraben wurden, weil niemand mehr ihre Friedhofsgebühren bezahlt, die oft aber erschreckend gut erhalten sind - und das ganz ohne ägyptische Mumifizierungsmethoden.

 

Nach so viel Beschäftigung mit dem Makabren, das für die Mexikaner gar nicht makaber ist, wünscht Ian sich Sonne und Strand - und wo wäre er da besser aufgehoben als in Acapulco. Die ehemalige Badewanne des Jetsets ist heute eine Millionenmetropole mit Hunderten von Hotels, in der sich die Hochhäuser kilometerweit reihen. Schon seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zählen die Springer auf den Quebrada-Felsen, nicht weit vom Hauptstrand, zu den Attraktionen der Stadt: Sie wagen ihr Leben, indem sie aus Schwindel erregender Höhe in eine nur recht flache und wenige Meter breite Bucht springen. Nur besonders klare Köpfe erwischen hier die richtige Welle, die einen Sturz auf die Felsen verhindert. Einen klaren Kopf hat allerdings nur, wer einen Bogen um die zweite Attraktion Acapulcos einen großen Bogen macht: das Nachtleben mit seinen Technodiscos und Schaumpartys, den Go-Go-Tänzerinnen und merkwürdigen Trink-Gepflogenheiten, die Ian am eigenen Leib zu spüren bekommt.

 

Ruhiger geht es in Puerto Escondido zu - allerdings kaum weniger gefährlich: Die Strände dieses Orts sind für ihre brachialen Brecher bekannt, und die gefährlichen Strömungen, die den Schwimmern zu schaffen machen. Nur die guten Surfer wagen sich hier in die Brandung. Dafür erwartet sie aber auch die besondere Freude der besonders gut "gebauten" tubes, jener Wellen, die erst das "tube riding" ermöglichen, die wohl höchste Kunst im Surfen.

 

In Chiapas ist Ian nach dieser Erfrischung auf den Spuren der Revolutionäre, die vor nicht ganz zehn Jahren die Stadt San Cristobal besetzt hielten, eine Landreform forderten - und bis heute im Dschungel untergetaucht sind. Und er besucht die Lacandonen, die als die nächsten und letzten direkten Nachkommen der Palenque-Maja gelten und noch immer ihre weißen Gewänder tragen. Sie zeigen ihm die beeindruckenden Gebäude ihrer Vorfahren und erklären ihm einen Teil ihrer Bräuche. Vielfältiger kann eine Südmexiko-Reise wohl kaum sein.

 

 

 

 

Text © klack.de | Bilder © pilotguides.com

 

 

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Season: 8
Folge: 06
Land: Mexiko
Traveller: Ian Wright

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