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Wien
Wie niemand anderes hat die Dynastie der Habsburger Wien ihren Stempel aufgedrückt. Die Hinterlassenschaften ihrer Regenten prägen bis heute das Bild von Wien. Ian zeigt sich tief beeindruckt von ihren Palästen, Statuen und ihren Juwelen - sie hinterließen bei ihrer Flucht ins Exil alleine einen Amethysten von der Größe einer Kartoffel. Eine ihrer prächtigsten Bauten wurde durch der Welt größten Faschisten berühmt - Adolf Hitler. Er verkündete vom Balkon der Palastes 1938 vor 250.000 Menschen die Zugehörigkeit Österreichs zum Dritten Reich.
Wo beginnt man in einer Stadt wie Wien seinen Tag besser, als in einem Kaffeehaus, wo sich noch heute Gammler, Intellektuelle und die Elite treffen. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts saßen hier Leute wie Freud und Trotzki und diskutierten intellektuelle Thesen. Nichts repräsentiert das morbide an Wien so sehr, wie der Zentralfriedhof.
Hier liegen mehr Menschen begraben, als in der Stadt leben. Über tausend Berühmtheiten sollen hier liegen, von Schubert über Strauß bis Beethoven, mehr als auf jedem anderen Friedhof. Im jüdischen Teil des Friedhofs sind leider viele Gräber beschädigt, dies geschah während des Krieges, als eine Welle von Antisemitismus Europa überschwemmte. Der berühmteste jüdische Bewohner Wiens war Sigmund Freud, dessen Wirken sich bis heute sogar in unserer Sprache niederschlägt. Als Österreich an das Dritte Reich angeschlossen wurde, verlies Freud die Stadt und ging ins Exil nach London. Noch heute kann man seine Praxis besichtigen und in seinem Wartezimmer sitzen. Wirft man einen Blick zurück in die Geschichte, muss man ihr auch ins Auge sehen.
Zur österreichischen Geschichte gehört auch das Dritte Reich und seine Hinterlassenschaften: die Konzentrationslager. Hier manifestierte sich die Gewalt der Nazis gegenüber Andersdenkenden, Menschen anderer Hautfarbe, Menschen anderen Glaubens und jedem, der dem Regime nicht passte. Ian bricht zu einer Tour nach Mauthausen auf, etwa eine Stunde von Wien entfernt. Zwischen 1938 und 1945 starben hier fast 100.000 Menschen. Ian schreitet die Treppe des Todes hinauf, die auch die Häftlinge gingen, für viele war dies der letzte Gang. 50 Jahre sind seitdem vergangen, die Vielvölkergemeinschaft in Wien wächst wieder langsam, trotz des Widerstandes der rechten Regierung. Nirgendwo sonst ist dies so gut sichtbar, wie auf dem Flohmarkt, auf dem die Kulturen verschmelzen. Ian lässt sich auf dem berühmten Wiener Naschmarkt vom Wohlgeschmack von Sauerkraut überzeugen.
Jetzt fehlt nur noch ein Ausflug in die ausgeflippte Musikszene von Wien, die Avantgarde macht heute Musik mit Gemüse, Ian trifft das 'Wiener Gemüse Orchester'. Da Wien für seine Architektur berühmt ist, muss Ian noch schnell einen Blick auf das Hundertwasser Haus werfen, er stellt zurecht fest: Der Junge hält nichts von geraden Linien. Ist man schon mal in Österreich, sollte man gleich noch in die Mozartstadt Salzburg jetten. Mit einem Ticket für 18 Euro erkauft man sich hier den Zutritt zu Museen, Schlössern und dem öffentlichen Nahverkehr. Salzburg ist eine Art Disneyworld zu Ehren des Wunderkindes Mozart. Bei einem Trip in die Berge versucht Ian das wahre Österreich kennen zu lernen. Er trifft auf Männer in Lederhosen, Hut und Gamsbart, mit einem Schnauzer und mit seiner neuen Lederhose lernt er auch gleich Schuhplattler tanzen. Zurück in Wien, erholt sich Ian erst einmal bei einer Tretboot-Fahrt auf der Donau - vorbei am Nacktbadestrand.
An seinem letzten Tag in Wien will Ian wissen, wie die Schönen und Reichen einst lebten. Die Habsburger hatten ja nicht nur ihre Hofburg, sie bauten in Wien ihre Antwort auf Versailles - Schloss Schönbrunn. In diesem Sommerpalast waren einst über 1.000 Diener beschäftigt. Heute drängen sich täglich 5-8.000 Menschen durch die prächtigen Räume. Für eine Einladung zum Ball bereitete sich Ian noch schnell mit einem Tanz-Crash-Kurs vor. Am Abend tritt er in Abendrobe an, um auf seine potentiellen Tanzpartnerinnen loszugehen. Allerdings bekundet keine Interesse, dafür amüsiert sich Ian an der Bar, am Buffet, im Styling und Make Up-Raum und - mit seinem Spiegelbild. Ian verabschiedet sich von dieser modernen Stadt voller Geschichte mit einem Satz des wohl berühmtesten heute lebenden Österreichers: 'I´ll be back.'
Text © klack.de | Bilder © pilotguides.com
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